Musikkapelle Memhölz e.V.
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seit Oktober 2012

Chronik der Musikkapelle Memhölz

Über die Gründung der Musikkapelle Memhölz gibt es zwar kein Protokoll und über das Wirken der Musiker nur spärliche Aufzeichnungen. Doch das Bestehen der Blasmusik Memhölz bezeugt eindeutig eine am 23. Oktober 1930 von der Gemeinde Memhölz ausgestellte Urkunde. Sie ist dem Gründer der Musikgesellschaft Memhölz, Josef Hörburger, zum 50jährigen Musikjubiläum gewidmet. Die Urkunde ist heute noch im Musikheim der Memhölzer im alten Schulhaus von Memhölz zu sehen.

Die damals neun Bläser zählende Gruppe feierte mit ihrem Musikmeister schon drei Jahre früher, denn Josef Hörburger war bereits seit 1877 in Waltenhofen als Musiker tätig, ehe er 1880 die Musikgesellschaft Memhölz ins Leben rief. Die  erste Photographie der Kapelle datiert aus dem Jahr 1883.

 

Tatsächlich muß es in Memhölz noch früher Musiker gegeben haben, die das Gemeinschaftsspiel pflegten und öffentlich auftraten. In den Kirchenrechnungen der Pfarrei Sankt Andreas sind nämlich schon ab 1870 jährliche Ausgaben von jeweils drei Gulden und später fünf Mark zur Ausbezahlung an die Musiker, für die Mitwirkung beim Fronleichnamsfest, verbucht. Die Eintragungen in den Kirchenbüchern weisen auf ein enges Zusammenwirken des Kirchenchores mit den Musikanten bei kirchlichen und weltlichen Feiern hin. Einen besonderen Platz nahm damals das Fest der hl. Cäcilia, der Schutzherrin der Musik ein. Dieses Fest muß man im Jahre 1909 ganz groß gefeiert haben, wie aus den Aufzeichnungen entnommen werden kann. 

In all den Jahren, bei Vereins- oder Familienanlässen im Ort, zur Freude oder zum Gedenken, die Musikanten waren fast immer dabei.

Als bedeutendes Ereignis der 20er Jahre erinnert man sich der Primiz des späteren Geistlichen Rates Ludwig Endras am 2. August 1920.

Zu den Nachbarkapellen Niedersonthofen und Waltenhofen bestand ein guter Kontakt. Gemeinschaftlich beteiligte man sich an Festlichkeiten in der Umgebung. So traten die Musikkapellen Memhölz und Niedersonthofen zusammen bis in Wangen auf. 

Die Zusammenarbeit wurde im ersten Weltkrieg noch erweitert. Man half  einander aus, wenn in den drei Ortschaften einem gefallenen Soldaten die letzte Ehre erwiesen wurde. Die aus der Not geborene Zusammenarbeit dauerte über Jahrzehnte fort, wie die Musikveteranen Josef Keck und Karl Tauscher zu berichten wussten.

Die Musikkapelle Memhölz hat eine Eigenheit. Sie steht seit Gründung in vierter Generation unter der musikalischen Leitung eines Hörburger. Der Gründer, Josef Hörburger, war 47 Jahre Musikmeister.

Musikmeister 1880-1927 Josef Hörburger

Viele Jahre stand ihm der Musikmeister Xaver Tauscher aus Wollmuths, der in der aktiven Dienstzeit Militärmusiker war, als Ausbilder zur Seite.

Ab 1927 führte Fidel Hörburger, mit Unterstützung seines Bruders Johann Georg, die Musikkapelle Memhölz. Im Jahre 1949 übernahm der dritte Hörburger die inzwischen auf 14 Bläser gewachsene Kapelle. Der junge Dirigent, Benedikt Hörburger, hatte mit sehr gutem Erfolg den Dirigentenlehrgang absolviert. Er führte bereits im zweiten Jahr seiner Tätigkeit seine neu formierte Kapelle zum ersten Wertungsspiel nach Sonthofen.

Benedikt Hörburger leitete die Musikkapelle dann 51 Jahre lang bis ins Jahr 2000. Seit dieser Zeit ist sein Sohn, Johannes Hörburger, Dirigent der Memhölzer.

Großen Anteil an der Entwicklung des musikalischen Lebens in Memhölz hatte Pfarrer Rees. Mit ihm erinnert man sich auch an die ersten Allgäuer Imkertage, die er ins Leben rief, und die auch die mitwirkende Musikkapelle Memhölz weit über die Grenzen des Allgäus bekannt machte.

Bei der Weihe der Schützenkette des Schützenvereins Memhölz im Jahr 1956 stellte sich die Musikkapelle zum ersten Mal im Allgäuer G´wand vor.

Die Glockenweihe, Jubiläumsfeste mit Fahnenweihen der Schützenvereine Waldhäusle und Memhölz, in den Jahren 1965 und 1966, waren weitere größere Veranstaltungen im örtlichen Bereich.

In zunehmendem Maße wurden Festveranstaltungen in der Umgebung besucht. Die Teilnahme an den Bezirksmusikfesten wurde zur Selbstverständlichkeit. Das Musikfest in Isny stand bei den Musikern noch lange in freudiger Erinnerung. Es war das Jahr 1957, als man sich erneut den Wertungsrichtern stellte und das Resultat zur Zufriedenheit ausfiel. Großen Auftrieb gab der erste Rang beim Wertungsspiel in Altusried im Jahr 1968.

Besonders gern fahren die Memhölzer Musikanten zu den Außerferner Bundesmusikfesten ins Land Tirol. Dabei verbinden Sie Nützliches mit Angenehmem. Vom oberen Lechtal bis zur Zugspitze sind die „Blaugwandeten mit dem Einhornwappen“ zu sehen. Mittlerweile konnten die Memhölzer bei mehr als zwei Dutzend Marschmusikbewertungen im Außerfern meist gute Erfolge erzielen. Besondere Freundschaft wurde mit der Musikkapelle Hägerau geschlossen, die die Memhölzer anlässlich ihres Musikfestes übers Wochenende eingeladen hatten. Beim Gegenbesuch der Hägerauer und gemeinsamen Osterkonzert im Jahr 2000 blieben dann die Hägerauer über Nacht Gäste in Memhölz.

Aber auch mit vielen anderen Musikkapellen des Außerferner Musikbundes sind die Memhölzer freundschaftlich verbunden. So gaben in der Vergangenheit auch die Musikkapellen aus Vils, Pinswang, Lechaschau und Höfen in der Mehrzweckhalle Waltenhofen Gemeinschaftskonzerte mit der Musikkapelle Memhölz.

Die Musikkapelle Memhölz begleitet auch regelmäßig Pilgerfahrten aus der Diözese Augsburg an das Urheiligtum von Schönstatt bei Vallendar am Rhein. Am örtlichen Wallfahrtsheiligtum „Schönstatt auf´m Berg“ erklangen schon oft die Instrumente zu Ehren der Mutter Gottes.

Ein besonderes Erlebnis für die Memhölzer war die Begleitung einer Pilgerwallfahrt im Jahre 1992 nach Rom, wo sie Papst Johannes Paul dem Zweiten ein Ständchen spielen durften..

Die Musikkapelle schloß Freundschaften mit Musikkapellen und Gesangsvereinen. Die Musikkapelle Kirchberg an der Iller stand Pate bei der Weihe der neuen Musikerfahne im Jahre 1990. Ebenso war auch  der Gesangsverein „Moosröschen“ aus Arenberg bei Koblenz gern gesehener Gast in Memhölz, und auch die Gegenbesuche  an den Rhein blieben nicht aus.

Ein Markstein in der Musikgeschichte war die Einweihung des „alten“ Musikheimes im Jahre 1975. Bis dahin wurden die Proben jahrzehntelang im Gasthaus „Waldhäusle“ abgehalten. Die Musikanten schieden nur ungern aus dem Ried. Doch die Vergrößerung der Kapelle zwang dazu.

So kam das großherzige Angebot der Eheleute Dr. Eberhard und Elisabeth Emminger zur rechten Zeit. Kostenlos überließen sie der Kapelle im ehemaligen Sennereigebäude in Memhölz entsprechende Räumlichkeiten.

Das wohl herausragendste Ereignis seit Gründung war dann das 100jährige Jubiläum verbunden mit der Ausrichtung des 12. Bezirksmusikfestes im Bezirk 1 Kempten im Jahre 1980. An den Wertungsspielen in der Turnhalle der ehemaligen Schule in Memhölz beteiligten sich 20 Musikkapellen.

Das Festprogramm fand von Donnerstag, 24. Juli 1980 bis Sonntag, 27. Juli 1980 statt, wobei der Gesamtchor aller anwesenden Kapellen und der anschließende große Festzug am Sonntag Nachmittag sicher die Höhepunkte waren. Am Festzug beteiligten sich 45 Gruppen, davon 32 Musikkapellen, wobei die Musikkapelle Memhölz den Abschluß machte.

Anlässlich ihres 100jährigen Jubiläums wurde der Musikkapelle Memhölz vom damaligen Präsidenten des ASM, Prof. Karl Kling,  die

Pro-Musika-Plakette verliehen, der höchsten Auszeichnung für Blasorchester der Bundesrepublik Deutschland. Im Festjahr zählte die Kapelle 44 Mitwirkende .

Seit 1965 befinden sich auch Alphornbläser in der Reihen der Musikkapelle. Anton Rist, Wilhelm Nigst und Benedikt Hörburger waren die ersten, die die Klänge des Hirteninstrumentes über die Memhölzer Fluren streichen ließen.

Anläßlich des 20jährigen Jubiläums der Alphornbläser Memhölz wurde hier das 18. Allgäuer Alphornbläsertreffen im Jahre 1985 ausgerichtet. Ab diesem Zeitpunkt  spielten die Memhölzer zu sechst. Die Jubiläumsgruppe bestand aus Benedikt Hörburger, Andreas Hörburger, Benedikt Hörburger jun., Johannes Hörburger, Franz Nigst und Manfred Nigst.

 

Ein besonderer Musikausflug ins Ausland führte die Kapelle 1990 zum internationalen Blasmusiktreffen „Prager Winter“ nach Prag und Brünn. Hier konnten die Memhölzer beim Wertungsspiel eine Bronce-Auszeichnung erreichen. Neben den kulturellen Eindrücken gefiel den Musikanten vor allem auch die Preiskultur im ehemaligen Ostblock. Für 49 Pfennig harter D-Mark-Währung gab´s schon eine Halbe Bier.

Seit 1994 präsentieren sich die Memhölzer wieder in Lederhosen. Rund 70.000 DM Kosten sind angefallen, um die komplette Kapelle neu einzukleiden. Durch jahrelanges sparen sowie der Unterstützung vieler Privatpersonen, einiger Firmen und der Gemeinde konnte diese Last gemeinsam geschultert werden.

Nachdem das „alte Musikheim“ in der ehem. Sennerei Memhölz nach 25 Jahren Nutzung baufällig geworden war, fand die Kapelle ab dem Jahr 2000 im alten Schulhaus von Memhölz eine neue Bleibe. Mit viel finanziellem Aufwand und Engagement der Musiker – es wurden knapp 2000 Arbeitsstunden geleistet – kann die Kapelle nun in großzügigen liebevoll ausgestalteten Räumen ihrer Probenarbeit nachgehen.

Mit dem neuen Jahrtausend begann auch für die Musikkapelle eine neue Zeitrechnung. Es wurden zum erstenmal in der Geschichte des Vereins Vorstandswahlen durchgeführt und der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Kempten eingetragen. Gleichzeitig wurde vom Finanzamt Kempten die Gemeinnützigkeit anerkannt.

 

Ins neue Jahrtausend führt die Memhölzer nun: 

 - Johannes Hörburger als Dirigent

- Manfred Nigst als erster Vorsitzender

- Albert Hörburger als zweiter Vorsitzender

- Josef Hörburger als Kassierer

- Adalbert Rist als Schriftführer

- Andrea Endras als Beisitzerin

- Peter Hipp als Beisitzer

    

Ein Großereignis für Memhölzer Verhältnisse war 2002 das 44. Allgäuer Alphornbläsertreffen auf Edmund Beck´s Viehweide auf´m Berg. Zu diesem kulturellen Event kamen neben 250 Alphornbläsern aus drei Ländern ca. 6000 begeisterte Zuschauer aus dem ganzen Land.

Um diesen Menschenansturm mit leiblichen Genüssen versorgen zu können waren mehr als 150 Helfer im Einsatz. Fast aus jedem Memhölzer Haus waren Helfer gekommen. Durch die reibungslose Zusammenarbeit von Musikkapelle, Alphornbläsern, Schützenverein und Sparclub konnte bei allen Besuchern ein bleibend guter Eindruck von Memhölz hinterlassen werden. Die Hauptverantwortung lag jedoch bei Petrus, der den Memhölzern einen wunderbaren Sonntag zu dieser Freiluftveranstaltung schenkte.

Ein Meilenstein in der guten Zusammenarbeit der vier Musikkapellen Memhölz, Martinszell, Niedersonthofen und Waltenhofen im Gemeindegebiet Waltenhofen war die Gründung einer gemeinsamen Jugendkapelle – der Jugendkapelle „Niedersonthofener See“ im Jahre 2003.

Bereits zu Anfang haben sich mehr als 60 Kinder und Jugendliche aus allen Ortsteilen zu diesem Orchester gemeldet. Der eigenständige Verein „Jugendkapelle Niedersonthofener See“ wird aus gewählten Vertretern der vier Waltenhofener Musikvereine geleitet.

Die nächste große Herausforderung steht bereits an. Im Jahr 2005 feiern die Memhölzer ihr 125jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß richtet die Musikkapelle Memhölz das 34. Bezirksmusikfest des Bezirkes 1 Kempten im Jahr 2005 aus. 

Nicht unerwähnt sollen die zahlreichen Gönner und Musikfreunde bleiben. Es sind dies insbesondere alle Spender beim „Neujahrsblasen“, das seit 1951 zur Tradition geworden ist. Ohne die große Unterstützung aus der Bevölkerung wäre manche Anschaffung oder manches Fest nicht möglich gewesen.

Ungezählt sind die Stunden, die im Laufe eines Jahres von den Musikanten für die Proben aufgebracht werden. Die Auftritte der Musikkapelle Memhölz in der Öffentlichkeit haben von Jahr zu Jahr zugenommen. Regelmäßig Frühjahrs- und Standkonzerte gehören dazu. Bei Wald-, Garten-, Sommernachts- und Gemeindefesten im Ort und Außerhalb wird aufgespielt.

Voll Stolz blickt man auf eine große Anzahl an Jungmusikern und hofft, dass deren Begeisterung anhält, damit in Memhölz weiter musiziert wird, zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.

 

Musik kennt keine Grenzen | info@musikkapelle-memhoelz.de